Die Namenberatungsstelle an der Alma Mater Lipsiensis

Die Namenberatungsstelle wurde im Rahmen der Abteilung Deutsch-Slavische Namenforschung an der Universität Leipzig bereits in den 1960er Jahren eingerichtet. Seither hat sich die Beratungsstelle stetig weiterentwickelt: Kompetenzen wurden ausgebaut, die Bibliothek wurde ständig erweitert. Absolventen des Studiengangs arbeiten als ausgebildete Namenforscher für die Namenberatungsstelle. Diese Nachwuchsförderung war auch nötig, stieg doch das Interesse an namenkundlicher Beratung um die Jahrtausendwende durch erhöhtes Medieninteresse enorm an. Seither wird vor allem unser Wissen über Familiennamen von einem breiten Publikum, über Deutschlands Grenzen hinaus, geschätzt. Parallel dazu hat sich die von uns angebotene Beratung zum Namenrecht, insbesondere zur Eintragungsfähigkeit bestimmter Vornamen bei den Standesämtern, als deutschlandweit genutzte Einrichtung etabliert.

Namenforschung oder Onomastik hat eine lange Tradition an der Universität Leipzig. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden hier interdisziplinär ausgerichtete Forschungsprojekte durchgeführt. Zahlreiche Veröffentlichungen und wissenschaftliche Tagungen sowie Leipzig als Austragungsort des 15. Weltkongresses für Onomastik zeugen davon.

Seit 1953 wurde zunächst unter Prof. Dr. Rudolf Fischer, anschließend unter Prof. Dr. Ernst Eichler und Prof. Dr. Hans Walther eine moderne, international hoch angesehene Onomastik aufgebaut, die 1993 eine eigene Professur – die einzige für Namenforschung im deutschen Sprachraum – erhielt. Diese hatte bis zum Jahr 2000 Prof. Dr. Karlheinz Hengst und bis 2008 Prof. Dr. Jürgen Udolph inne. Onomastik erfreut sich derzeit als Wahlfach großer Beliebtheit. Jeweils im Wintersemester findet das Modul "Einführung in die Namenforschung" statt, dem sich Module zu "Personennamen" und "Ortsnamen" anschließen.